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Prostatakrebs: Neue Bildgebung für gezieltere Therapie

Dr. Constantin Mamat (l.) und Tobias Krönke analysieren PET-Daten aus einer präklinischen Studie am HZDR.
Dr. Constantin Mamat (l.) und Tobias Krönke werten PET-Daten aus, um die Verteilung neuer Radiopharmaka im Körper zu bewerten. © HZDR/K. Zheynova
Von: Wissensland
Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs ist die richtige Strahlendosis entscheidend. Dresdner Forschende haben eine Methode entwickelt, die zwei Diagnoseverfahren in einem Molekül vereint. Es macht eine passgenaue Therapie möglich.

Damit eine Strahlentherapie möglichst genau wirkt, müssen Ärzte wissen, wie sich das Medikament im Körper verteilt. Forschende des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) haben dafür einen neuen Ansatz entwickelt. Er kombiniert zwei bildgebende Verfahren und könnte die Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs künftig genauer machen.

Bei manchen Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs wirkt eine Hormontherapie irgendwann nicht mehr. Dann kann eine sogenannte zielgerichtete Alpha-Therapie helfen. Dabei bringen radioaktive Moleküle die Strahlung gezielt zu Krebszellen und zerstören sie von innen. Damit die Behandlung möglichst genau geplant werden kann, müssen Mediziner vorher wissen, wie viel des Medikaments den Tumor erreicht und wie lange es dort und in anderen Organen bleibt.

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Ein zweites Bild als Ergänzung

Bisher wird das meist mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) untersucht. Sie liefert sehr genaue Bilder, kann das Medikament aber nur über wenige Stunden verfolgen. Das Dresdner Forschungsteam kombinierte PET deshalb mit einem zweiten bildgebenden Verfahren, der Einzelphotonen-Emissions-Computertomographie (SPECT). Während PET besonders detaillierte Bilder liefert, kann SPECT das Medikament deutlich länger im Körper sichtbar machen.

Die Forschenden entwickelten Moleküle, die chemisch genauso aufgebaut sind wie das spätere Therapiemedikament, sich aber mit unterschiedlichen radioaktiven Markierungen für PET oder SPECT versehen lassen. Dadurch konnten sie den Weg des Medikaments über einen deutlich längeren Zeitraum verfolgen.

"Mit unserem Radiohybrid-Ansatz können wir erstmals ein und dasselbe Molekül mit zwei verschiedenen Diagnosenukliden markieren und langfristig beobachten, wie es sich im Körper verhält, ganz ohne das Molekül selbst zu verändern", sagt Studienleiter Dr. Constantin Mamat vom HZDR.

Strahlentherapie individueller planen

Versuche mit menschlichen Prostatakrebszellen und Mäusen zeigten, dass beide Varianten den Tumor zuverlässig erreichten. Dennoch entdeckte das Team einen überraschenden Unterschied: Eine der beiden Markierungen blieb länger im Blut. Warum das so ist, ist noch unklar.
Für die Forschenden ist das ein wichtiger Hinweis. Offenbar können schon sehr kleine Veränderungen beeinflussen, wie sich ein Medikament im Körper verteilt. Deshalb wollen sie beide Verfahren nun genauer untersuchen.

Die Ergebnisse der Zell- und Tierversuche zeigen, dass der neue Ansatz grundsätzlich funktioniert. Kann künftig genauer verfolgt werden, wie sich ein Medikament im Körper verteilt, lässt sich auch die Strahlendosis besser auf einzelne Patienten abstimmen. So könnte der Tumor möglichst wirksam behandelt und gesundes Gewebe besser geschont werden. Als nächsten Schritt möchte das Dresdner Forschungsteam die vielversprechendste Verbindung schrittweise für klinische Studien weiterentwickeln.


Originalpublikation:
T. Krönke, M. Ullrich, M. K. Blei, K. Zarschler, J. Schädlich, S. A. Brühlmann, K. Kopka, J. Pietzsch, S. Stadlbauer, C. Mamat: Diagnostic Twins: Exploring the Radiohybrid Concept with Iodine-123 and Lanthanum-133 for PSMA-Targeted SPECT and PET Imaging, in Journal of Medicinal Chemistry, 2026.

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