Manchmal steckt hinter einer lebensverändernden Erfindung ein winziges Stück Silizium. Halbleiter – also mikroskopisch kleine elektronische Bauteile – stecken heute in Smartphones, Autos und Waschmaschinen. Bald sollen sie auch tief im menschlichen Körper arbeiten und Menschen helfen, besser zu hören, Vitalwerte zu messen oder sicher im Krankenhaus behandelt zu werden. An der Medizintechnik von morgen forscht der Zukunftscluster SEMECO in Dresden.
Der Cluster vereint Wissenschaft und Industrie aus ganz Sachsen. Er erhält jetzt für die nächsten drei Jahre bis zu 15 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Dazu kommen Mittel des Freistaats Sachsen aus dem europäischen EFRE-Fonds.
Sachsen als Innovationsstandort
Sachsen war schon immer eine Hochburg der Halbleiterfertigung. SEMECO soll dieses Erbe in die Medizintechnik überführen. Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony, dem Netzwerk der sächsischen Halbleiterbranche, sieht darin einen strategischen Schritt: "SEMECO geht nun einen entscheidenden Schritt weiter und schafft die Grundlage für eine neue Generation intelligenter cyber-medizinischer Systeme."
Besonders wichtig ist dabei das Thema Sicherheit. Medizinische Geräte, die Daten senden oder empfangen, müssen vor Hackerangriffen und Manipulation geschützt sein. Gleichzeitig sollen neue Technologien schneller den Weg in Arztpraxen und Krankenhäuser finden. SEMECO arbeitet deshalb daran, Sicherheit, Kommunikationstechnik und medizinische Anforderungen von Anfang an gemeinsam zu entwickeln.
Aktuell zeigt SEMECO bei den Silicon Saxony Days in Dresden aktuelle Ergebnisse. Dazu gehören mobile Ultraschalltechnik, Methoden für datenschutzkonformes KI-Training, intelligente Infusionssysteme sowie die sichere Übertragung von Vitaldaten per Bluetooth und 5G in Echtzeit.