AOK: Immer mehr Fehltage im Job wegen psychischer Erkrankung
Depressionen, Angststörungen: Psychische Erkrankungen sorgen in den sächsischen Unternehmen für immer längere Personalausfälle. Durchschnittlich entfielen im vergangenen Jahr 417 Fehltage wegen solcher Diagnosen auf 100 AOK-versicherte Beschäftigte. Vor zehn Jahren waren es noch 269 Fehltage, wie die Krankenkasse mitteilte. Das sei ein Anstieg um 55 Prozent. Erstellt wurde der «Fehlzeiten-Report» vom Wissenschaftlichen Institut der AOK. Wer psychisch erkranke, falle oft wochenlang aus. Deswegen werde das Thema für Arbeitgeber zunehmend relevant. Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung lag bei psychischen Erkrankungen bei 26,7 Tagen - das sei viermal so lang wie bei Atemwegserkrankungen mit 6,5 Tagen. «Psychische Gesundheit ist längst kein Randthema mehr. Die steigenden Fehlzeiten zeigen, wie wichtig es ist, Belastungen frühzeitig zu erkennen und ihnen vorzubeugen, damit die Menschen mehr gesunde Jahre haben», erklärte Stefan Knupfer, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus. Die meisten Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen (41 pro 100 AOK-versicherte Beschäftigte) gab es demnach im Dialogmarketing. Darunter fallen zum Beispiel Callcenter. Hohe Raten wurden auch bei Berufen in der Heilerziehungspflege und Sonderpädagogik (28,1 Fälle), der Altenpflege (27,5 Fälle) und der Haus- und Familienpflege (27,4 Fälle) gezählt. Die AOK wies darauf hin, dass steigende Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen nicht automatisch bedeuten, dass diese in der Bevölkerung im gleichen Umfang zunehmen. Ein Teil des Anstiegs sei damit zu erklären, dass psychische Erkrankungen heute besser erkannt, offener angesprochen und häufiger behandelt werden, hieß es. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenBesonders viele Fälle im Dialogmarketing