Erst das Kino International, jetzt die einstige Mokka-Milch-Eisbar nebenan: Auf der Karl-Marx-Allee in Berlin öffnen in diesem Jahr gleich zwei bekannte Bauten aus der DDR-Zeit nach der Sanierung wieder ihre Pforten. In dem Kult-Pavillon in Berlin-Mitte, der einst ein sogar von einem Schlagersänger besungenes Eiscafé beherbergte, starten nun Natacha und Alexander Neumann als neue Betreiber – mit dem Namen Mokka Milch. Am (morgigen) Mittwoch gibt es die Eröffnungsfeier.
«Wir haben uns sofort in das Objekt verliebt», erzählt Natacha Neumann. Auch wenn weder ihr Mann Alexander noch die Französin jemals in der DDR lebten, sei sofort eine Verbindung da gewesen. «Es hat perfekt gepasst, weil wir einen Ort für Begegnungen gesucht haben. Und dann haben wir recherchiert und gesehen, das war schon in der DDR-Zeit so ein Ort», erzählt sie. «Es war ein Ort, der es geschafft hat, dass Leute zusammen Zeit verbringen.»
Ob in Berlin, Dresden, Leipzig oder Zerbst: Milchbars waren in der DDR ab den 1960er-Jahren beliebte, modern gestaltete Treffpunkte in den Stadtzentren. Es gab unter anderem Eisbecher und Eisshake - und nichtalkoholische Getränke. Fast alle dieser Eiscafés verschwanden nach dem Mauerfall. In Leipzig gibt es noch die Milchbar Pinguin.