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Wenig naturnahe Moore - mehr Anstrengungen gefordert

Wenig naturnahe Moore - mehr Anstrengungen gefordert
Tut Sachsen genug für den Schutz von Mooren? (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Von: DieSachsen News
Moore speichern CO2 und sind Refugien für Tiere und Pflanzen. Doch in Sachsen gibt es nur wenige naturnahe Moore. Warum kommt die Revitalisierung nur schleppend voran?

Der Umweltverband BUND fordert mehr Anstrengungen zum Schutz der Moore. «In Sachsen und Deutschland geht der Moorschutz bisher nicht über einzelne Modellprojekte hinaus», kritisiert der Vorsitzende des BUND Sachsen, Felix Ekardt. «Nötig wäre, einen wesentlichen Teil der Flächen wiederzuvernässen, sowohl etwa in den Lausitzer Niedermooren als auch in den erzgebirgischen Hochmooren.» 

Moore gelten als wichtig für den Klimaschutz, weil sie langfristig CO2 binden. Außerdem sind sie wichtige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten. 

Laut Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie gibt es in Sachsen etwa 47.000 Hektar Moore und organische Nassstandorte. Das entspreche 2,5 Prozent der Landesfläche. Doch nur ein Bruchteil sei tatsächlich naturnahes Moorökosystem. Viele Flächen seien in der Vergangenheit entwässert worden, um sie für Land- und Forstwirtschaft zu nutzen. So würden allein gut 11.000 Hektar Moorböden landwirtschaftlich genutzt als Grün- oder Ackerland.

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Umweltministerium arbeitet an Konzept für Sachsens Moore

Sachsens CDU-SPD-Koalition hat mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz im Koalitionsvertrag vereinbart: «Wir werden für die sächsischen Moorflächen ein Konzept entwickeln, das die Reduktion von Netto-CO2-Emissionen, Ökosystemleistungen, Biodiversitätsschutz und landwirtschaftliche Produktion in Einklang bringt.» Dazu soll für die Eigentümer und Nutzer der Grundstücke «eine dauerhafte wirtschaftliche Perspektive» geschaffen werden. 

Dieses Konzept sei auf der Zielgeraden und solle Ende des Jahres veröffentlicht werden, informiert das Umweltministerium auf dpa-Anfrage. Es sei als Handlungsleitfaden gedacht und habe «fachlich empfehlenden Charakter». Konkrete Flächenziele würden darin nicht festgelegt. Zu den Knackpunkten bei der Revitalisierung von Mooren zählten komplexe Eigentumsverhältnisse, die Finanzierung solcher Projekte sowie Konflikte mit anderen Nutzungen - etwa mit der Landwirtschaft, aber auch dem Schutz von Trinkwasser, hieß es. 

Landesamt: Revitalisierung benötigt viel Zeit

«Die Revitalisierung von Mooren ist ein Prozess, der viel Zeit benötigt», so das zuständige Landesamt. Generell verschlechtert sich der Zustand entwässerter Flächen den Experten zufolge weiter. «Wohingegen dort, wo Maßnahmen zur Wiedervernässung eingeleitet wurden, durchaus Anzeichen einer Stabilisierung beobachtbar sind.»

Aktuelle Projekte zum Moorschutz gebe es etwa in der Mothäuser Heide im Erzgebirge sowie im Dubringer Moor (Landkreis Bautzen). «Außerdem sind gerade mehrere Projektanträge über die Bundesförderrichtlinie "1.000 Moore" in Vorbereitung und sollen finanzielle Ressourcen für neue Projekte bereitstellen», betont Sprecherin Karin Bernhardt. Das Landesamt biete seit diesem Jahr eine neue Beratungsstelle an. Das Projekt Moorbodenschutz in den Moorregionen Sachsens (MoSa) berate öffentliche, private und verbandliche Akteure, die im Moorschutz aktiv werden wollten. Das läuft bis Ende 2032.

Forstgebiet wird in Moorbiotop zurückverwandelt

In Sachsens Wäldern gibt es derzeit etwa 586 Hektar reine Moorbiotope, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst auf Anfrage informiert. Die Fläche soll wachsen. So wird im Forstbezirk Eibenstock daran gearbeitet, ein zehn Hektar großes Waldstück zu vernässen: das Moor am Roten Fluss. Das Areal sei im 19. Jahrhundert mit Gräben entwässert worden, um es forstwirtschaftlich zu nutzen, erläutert Forstbezirksleiter Johannes Riedel. Nun werde versucht, die Landschaft wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Dazu werden etwa Stauwerke errichtet und alte Gräben verfüllt. 

«Die Wiedervernässung von möglichst vielen Mooren ist für den Klima- und Biodiversitätsschutz wichtig, allerdings nur ergänzend zu einem zeitnahen vollständigen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und einer stark verringerten Nutztierhaltung», erklärt BUND-Landeschef Ekardt. «Geht man diese Schritte, verbleiben nur wenige Prozent der bisherigen deutschen Emissionen.» Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, könnten diese in Mooren und naturnahen Wäldern gebunden werden.

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