Die Sonntagsfrage stellte sich im Elbland am vergangenen Wochenende anders als im benachbarten Sachsen-Anhalt. Während man dortens ja viel von der AFD und irgendwas um die 40 % liest, war es hier bei Winzern wie Aust, Fourré und Drei Herren zwar von West nach Ost gelaufen auch AFD, aber die Prozentzahlen lagen hier bei doch sehr erfreulich-moderaten elf bis 13 Prozent – je nachdem. Unser genussreiche Bummelei brachte – einmal mit politischen Assoziationen verknüpft – weitere überraschende Erkenntnisse.
Die Idee war ja, sich durchs Parteienspektrum zu trinken. Am leichtesten wäre das bei den Roten gewesen, da kann man sich ja die SPD mit Spätburgunder, Portugieser, Dornfelder schön trinken. Eine Cuvée aus allen drei Rebsorten würde allerdings einem Realitätscheck nicht standhalten: eine Cuvée ist schließlich eine gelungene Kombination mit viel Harmonie, und das ist ja bekanntlich nicht unbedingt ein Synonym für die Sozialdemokraten. Ich beließ es also bei einem Spätburgunder aus dem Hause Aust. Gewachsen 2024 im Goldenen Wagen, der sächsischen Paradelage. Das Weingut von Karl Friedrich Aust liegt ja quasi mitten in dieser Lage, und bei Festen wie den Tagen des offenen Weinguts sitzt man am Rand derselben, an denen prächtige Sonnenblumen und duftende Rosen die Optik gehörig pimpen.