Vor dem Restaurantbesuch steht die Lektüre der Karte – wobei es mir nicht um Unverträglichkeiten geht (ich bin gegen nichts allergisch, außer gegen schlechten Geschmack), sondern um einen Vorgeschmack auf das, was kommt. Ein Menü mit glücklicher Gänseleber, gefolgt von Kalbsbbries und Seeteufel, Lamm auf zweierlei Art und einem Dessert, das uns schon vor Jahren nicht Pomelo war: das klingt doch uffregend! Also auf nach Pirna, um das Kochsternstunden-Menü zu testen!
Das aufregend klingende Menü hat seinen Preis: knapp hundert Euro, die durchaus nicht überdurchschnittlichen Weine aus der Getränkebegleitung werden mit acht Euro pro Glas auch sehr tapfer verkauft. Das könnte ein Grund dafür sein, dass es an diesem Abend in dem doch recht großen Restaurant nicht allzu voll war. Andererseits kann es ja sein, dass Chefkoch und Gastgeber Felix Mikulla ja Größeres vor, also probieren wir.
Der erste Gang ist sprachlich ein ziemliches Kuddelmuddel aus englischen, französischen und deutschen Begriffen. Die glückliche Gänseleber (glücklich, weil die Tiere nicht gestopft wurden) präsentierte sich auch auf dem Teller mit den Partnern Brioche und Chutney in einer eher ungeordneten Anordnung, die sich bei mir nicht zu einem Bild formen wollte. Aber: Häppchen für Häppchen schmeckte und alles kam dann im Mund zu einem passenden Ganzen zusammen.