1970 leitete Rudi Glöckner aus Markranstädt das WM-Finale zwischen Brasilien und Italien (4:1). Danach dauerte es 56 Jahre, bis wieder ein deutscher Schiedsrichter bei einem Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft eingesetzt wurde. Der Rostocker Bastian Dankert war am vergangenen Sonntag beim WM-Triumph der Spanier gegen Argentinien (1:0 n.V.) der «Video Assistant Referee» (VAR). Mit der Deutschen Presse-Agentur spricht der 46-Jährige über diese sportliche Auszeichnung und über seine Erfahrungen bei der WM.
Die Nominierung für das WM-Finale:
«Am Donnerstag vor dem Finale haben wir eine Videokonferenz zusammen gehabt: die Schiedsrichter in Miami und wir Videoassistenten in Dallas. Damit waren wir natürlich auch bei der Verkündung des Final-Schiedsrichters dabei. Und nachdem Slavko Vincic und sein Team benannt wurden, waren wir Videoschiedsrichter dran. Das ist ein wunderschönes Gefühl. Es kocht in diesem Moment alles mit einem hoch und man denkt: "Das war doch eben gerade dein Name. Und du bist beim WM-Finale dabei!"
Mein erster Gedanke war: Das ist das, wofür du so lange gearbeitet hast! Vielleicht nicht unbedingt seit ich im Amateurbereich angefangen habe. Aber spätestens seit ich 2018 meine erste Weltmeisterschaft erlebt habe und gleich beim Spiel um Platz 3 eingesetzt wurde. Und beim Finale 2022 als Backup eingeteilt war. Irgendwann möchte man dann selbst mal in dieser Position sein. Und dass das diesmal geklappt hat, ist auch so etwas wie die Entschädigung für alles, was man auf dem Weg dorthin wirklich aufopferungsvoll liegen gelassen hat. Man wird darin bestätigt, dass der Weg der letzten Jahre der richtige war.»