Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Sport

Vier EM-Titel für Leipzigs Sportlerin des Jahres Alisa Fatum

Alisa Fatum vom SSV Leutzsch mit ihren sechs Medaillen bei den Masters-Europameisterschaften 2026 in Šamorín
Viermal Gold, einmal Silber und einmal Bronze: Alisa Fatum vom SSV Leutzsch mit ihrer Medaillenausbeute bei den Masters-Europameisterschaften in Šamorín. Dazu stellte Leipzigs Sportlerin des Jahres zwei neue Championship Records auf.
Von: SSV Leutzsch
Vier EM-Titel für Alisa Fatum: Leipzigs Sportlerin des Jahres gewinnt bei der Masters-EM in Šamorín sechs Medaillen und stellt zwei Championship Records auf.

SSV-Leutzsch-Schwimmerin überzeugt bei den Masters-Europameisterschaften in Šamorín – zwei Championship Records und viermal schnellste Frau des gesamten Feldes 

Leipzig/Šamorín. Vier Europameistertitel, einmal Silber, einmal Bronze und zwei Championship Records: Alisa Fatum vom SSV Leutzsch, amtierende Leipziger Sportlerin des Jahres, ist mit einer außergewöhnlichen Bilanz von den Masters-Europameisterschaften in Šamorín in der Slowakei zurückgekehrt. Besonders bemerkenswert: Über 400 und 800 Meter Freistil sowie über 1.500 und 3.000 Meter Freiwasser war sie nicht nur die Schnellste ihrer Altersklasse 30 bis 34, sondern jeweils die schnellste Frau des gesamten Teilnehmerfeldes.

Schon ihr erstes Rennen setzte ein deutliches Ausrufezeichen. Über 800 Meter Freistil gewann Alisa in 9:18,63 Minuten den Europameistertitel und stellte zugleich einen neuen Championship Record in ihrer Altersklasse auf. Mit mehr als 17 Sekunden Vorsprung auf die zweitschnellste Frau des gesamten Wettbewerbs hatte sie sich früh deutlich abgesetzt.

Mehr aus dieser Kategorie

Über 200 Meter Freistil folgte in 2:11,18 Minuten der Vize-Europameistertitel, über 400 Meter Lagen gewann sie in 5:27,22 Minuten Bronze. Über 400 Meter Freistil holte sie anschließend ihren zweiten EM-Titel im Becken. Die Zeit von 4:32,04 Minuten bedeutete zugleich den zweiten Championship Record der Europameisterschaft. Über 200 Meter Schmetterling belegte sie in 2:33,37 Minuten Platz vier.


Alisa Fatum Böker schwimmt im Pool von Erfolg zu Erfolg./Foto: SSV Leutzsch

Im Freiwasser setzte die Leipzigerin ihre Erfolgsserie fort. Über 1.500 Meter gewann sie in 17:44,12 Minuten, über 3.000 Meter in 35:49,92 Minuten. Beide Male war sie die schnellste Frau des gesamten Rennens.

Auch im Freiwasser nicht zu schlagen. Alisa Fatum-Böker siegte über 1.500 und 3.000 Meter in ihrer Altersklasse und war dabei auch die schnellste Frau des gesamten Feldes.

Sechs Wochen Vorbereitung in Eigenregie

Bemerkenswert war dabei nicht nur die Bilanz, sondern auch der Weg dorthin. Die Europameisterschaft schloss unmittelbar an die sächsischen Sommerferien an. Für Alisas Trainingsgruppe standen während dieser Zeit keine regulären Hallenzeiten zur Verfügung.

Deshalb organisierte sie ihre sechswöchige Vorbereitung weitgehend selbst. Sie trainierte sieben Tage pro Woche, erstellte ihre Trainingspläne eigenständig und stimmte Belastung und Regeneration auf ihre unterschiedlichen Wettkampfstrecken ab. Zweimal pro Woche konnte sie beim Post SV Leipzig als Gast mittrainieren. An den übrigen Tagen wich sie auf Freibad und Freiwasser aus.

Gerade diese Unterstützung durch den Post SV Leipzig war für Alisa in der Vorbereitung wertvoll – und zugleich ein schönes Zeichen für ein gutes sportliches Miteinander innerhalb der Leipziger Schwimmvereine.

Ein herzliches Dankeschön gilt daher dem Post SV Leipzig für die unkomplizierte Möglichkeit, regelmäßig am Training teilzunehmen.

Unterstützung durch die Familie

Eine ebenso wichtige Rolle spielte Alisas Familie. Ihre Eltern Petra und Chris begleiteten sie insbesondere bei den Einheiten im See, damit sie nie allein im Freiwasser trainieren musste. Auch ihr Ehemann Martin unterstützte sie während der gesamten Vorbereitung.

Alle drei reisten anschließend mit zur Europameisterschaft und waren bei jedem einzelnen Rennen dabei – im Becken ebenso wie im Freiwasser.

„Diese Unterstützung ist für mich unbezahlbar“, sagt Alisa. Die Reise dauerte insgesamt 14 Tage, an sieben Tagen standen Wettkämpfe auf dem Programm. Auch die Tage dazwischen waren von Training, Einschwimmen, Regeneration und Vorbereitung geprägt.

18 Grad im Freiwasser – für eine Eisschwimmerin kein Problem

Die Beckenwettkämpfe fanden in einem 50-Meter-Freibad der x-bionic sphere in Šamorín statt. Direkt daneben wurden die Freiwasserwettbewerbe im X-BIONIC-Kanal ausgetragen.

Trotz sommerlicher Temperaturen war das Wasser dort mit etwas mehr als 18 Grad überraschend kühl. Für Alisa war das jedoch eher angenehm. Als erfahrene Eisschwimmerin fühlt sie sich in kaltem Wasser wohl und freute sich darüber, ohne Neoprenanzug starten zu können. Im Freiwasser schwimmt sie ohnehin am liebsten im normalen Wettkampfbadeanzug.

Ein schwieriger Start – und ein perfekter Abschluss

Über 1.500 Meter Freiwasser wurde es zunächst körperlich und mental anspruchsvoll. Direkt nach dem Start wurde Alisa von Konkurrentinnen auf beiden Seiten stark eingeengt. Es kam zu engem Gerangel, das sie zunächst aus dem Rhythmus brachte.

Trotzdem setzte sie sich im weiteren Rennverlauf deutlich ab und gewann.

Einen Tag später über 3.000 Meter verlief das Rennen dann ganz anders. Kein Gerangel, ein fairer Start, freie Bahn. Alisa konnte den Wettkampf von Beginn an selbst bestimmen. Schon die erste 1.500-Meter-Runde schwamm sie schneller als ihre komplette 1.500-Meter-Strecke am Vortag.

Während des Rennens nahm sie immer wieder ihre Familie am Ufer wahr, besonders ihren Mann Martin. Nach 35:49,92 Minuten schlug sie schließlich als Europameisterin ihrer Altersklasse und erneut als schnellste Frau des gesamten Feldes an.

„Ich hatte das Gefühl, mein Rennen von Anfang bis Ende selbst in der Hand zu haben“, beschreibt sie diesen letzten Start.

Für Alisa war es der perfekte Abschluss der Europameisterschaft.

Beim Freiwasserschwimmen geht es so wie hier nach dem Start oft eng zu und manchmal auch hart zur Sache. / Foto: SSV Leutzsch 

Erfolgreich – und trotzdem selbstkritisch

Trotz vier Goldmedaillen, Silber, Bronze und zweier Championship Records blickt Alisa durchaus kritisch auf ihre Leistungen.

Ihr eigentliches Ziel, mindestens eine persönliche Bestzeit zu schwimmen, gelang diesmal nicht.

„Wenn man die Ergebnisse von außen betrachtet, ist das natürlich ein bisschen Meckern auf hohem Niveau“, sagt sie selbst.

Die Rennen hat sie bereits analysiert und weiß nach eigener Aussage bei mehreren Strecken ziemlich genau, woran sie in den kommenden Monaten weiterarbeiten möchte.

Gerade darin zeigt sich auch die Haltung, die hinter diesen Ergebnissen steckt: Erfolge genießen, aber gleichzeitig weiter nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen.

Freundschaften über Ländergrenzen hinweg

Internationale Masters-Wettkämpfe leben für Alisa jedoch nicht nur von Zeiten und Medaillen.

In Šamorín traf sie zahlreiche bekannte Sportlerinnen und Sportler wieder. Besonders freute sie sich über Sara Gäbler und Katrin Diercks, die sie bereits zwei Jahre zuvor bei der Masters-Weltmeisterschaft in Doha kennengelernt hatte.

Seitdem ist daraus eine Freundschaft entstanden, die von Wettkampf zu Wettkampf wächst. Man feuert sich gegenseitig an, freut sich miteinander und tröstet sich auch einmal, wenn ein Rennen nicht so läuft wie erhofft.

Nach dem letzten Wettkampf blieb schließlich auch noch Zeit, die Reise gemeinsam mit der Familie ausklingen zu lassen. Von Bratislava ging es mit dem Katamaran für einen Tagesausflug nach Wien.


Siegerehrungen und das Treffen mit alten Bekannten gehören zu den Highlights. / Foto: SSV Leutzsch

Nach der EM ist vor der WM

Lange Pause macht Alisa dennoch nicht.

Das nächste große sportliche Ziel steht bereits fest: Im Januar 2027 wartet die Weltmeisterschaft im Eisschwimmen.

Nach einem Sommer zwischen Freibad, See, 50-Meter-Becken und drei Kilometern Freiwasser beginnt damit bereits der nächste sportliche Abschnitt.

Deutlich kälter – aber genauso ambitioniert.

SSV Leutzsch
Artikel von

SSV Leutzsch

SSV Leutzsch ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.