Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beklagt den Verlust zahlreicher Denkmäler und historischer Gebäude in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das geht aus dem sogenannten Schwarzbuch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hervor. Das mittlerweile zweite Schwarzbuch listet für Sachsen neun sowie für Sachsen-Anhalt und Thüringen jeweils sechs verlorene Objekte auf. Teils geht es dabei um Abrisse und Teilabrisse, teils um Aberkennungen des Denkmalstatus oder - wie im wohl prominentesten genannten Fall, der Dresdner Carolabrücke - um eingestürzte Objekte. Weitere elf denkmalgeschützte Gebäude werden in den drei Ländern als gefährdet aufgeführt. Insgesamt sind in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren mindestens 1.077 Denkmale unwiederbringlich verloren gegangen - mehr als eines pro Tag.
Die Autoren machen Sanierungsstau, Vernachlässigung, wirtschaftlichen Druck sowie fachliche Fehlentscheidungen und politische Versäumnisse für den Verlust der Objekte verantwortlich. Zusätzlich kritisiert das Schwarzbuch, dass durch das sogenannte «Sondervermögen» des Bundes allzu oft dem Abriss und Neubau der Vorzug vor der Sanierung denkmalgeschützter Infrastrukturbauten gegeben werde. Eine vollständige Sammlung verlorener Denkmäler ist das Schwarzbuch nicht. Die Recherche nach belastbaren Fakten und Quellen für die dort dokumentierten Denkmalverluste gestalte sich oft schwierig. Entscheidungswege und Anträge seien teilweise nicht öffentlich, heißt es im Schwarzbuch. Oft seien Presseberichte die Grundlage für die dargestellten Fälle.