Sachsen verbindet den Tag des offenen Denkmals mit einer Würdigung von Engagement für den Denkmalschutz. Der Kinder- und Jugenddenkmalpreis des Freistaates geht in diesem Jahr nach Königsbrück an die Arthur-Kießling-Oberschule. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich einem ganz besonderen Kulturdenkmal gewidmet - drei etwa 200 Jahre alten Kamelien im Gewächshaus des Schlosses Königsbrück. Sie gelten als die ältesten zusammenstehenden Kamelien in Europa nördlich der Alpen. Nach den Worten von Regina Kraushaar, Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, zeigt das Beispiel aus Königsbrück eindrucksvoll, dass Denkmalpflege viele Facetten hat. Die jungen Leute hätten sich mit der Geschichte der Kamelien auseinandergesetzt und Führungen unter anderem für sehbehinderte Menschen organisiert. «Genau das würdigen wir mit dem Sächsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis: Junge Menschen, die sich im Ehrenamt kreativ und nachhaltig mit Denkmalschutz beziehungsweise Denkmalpflege auseinandersetzen und damit anderen ein Beispiel geben», betonte Kraushaar. Bei den Kamelien werde aus einer denkmalgeschützten Pflanzensammlung ein Stück lebendiges Kulturerbe. Sachsens Landeskonservator Alf Furkert ging auf die Bedeutung der Kamelien für Sachsen ein. Man könne hier auf eine mehr als 250-jährige Tradition im Kamelienanbau zurückblicken. Sachsen beherberge einige der ältesten und bedeutendsten Kameliensammlungen Deutschlands – etwa im Schlosspark Pillnitz, in Roßwein, im Schloss Zuschendorf und in Königsbrück. «Kamelien galten lange als kostbares Privileg des Adels und des Großbürgertums. Dass ihre Zucht und ihr Handel weltweit eine solche Bedeutung erlangten, ist nicht zuletzt der sächsischen Gärtnerdynastie um Jacob Friedrich Seidel zu verdanken», betonte Furkert, der auch Chef des Landesamtes für Denkmalpflege ist. Der Sächsische Kinder- und Jugenddenkmalpreis wird seit 2012 jährlich bei der Eröffnung des Tages des offenen Denkmals verliehen. Die Auszeichnung würdigt das Engagement von Schülerinnen und Schülern im Sächsischen Landesprogramm «Pegasus – Schulen adoptieren Denkmale». Sie ist mit einer Sach- und Geldprämie dotiert. Der Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr unter dem Motto «NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur». Er richtet den Blick auf historische Orte und Anlagen, die Menschen miteinander verbinden und das gesellschaftliche Leben geprägt haben – etwa Mühlen, Bergbauanlagen, Schulen, Versorgungsbauten, Verkehrswege und andere technische Denkmale. Zugleich lenkte er den Fokus auf die Netzwerke der Menschen, die sich gemeinsam für den Erhalt dieser Orte einsetzen. In Sachsen konnten am Sonntag knapp 700 Denkmale besichtigt werden, bundesweit waren es rund 6.500. Viele davon sind im Alltag nicht oder nur eingeschränkt zugänglich. Angeboten wurden unter anderem Führungen, Ausstellungen und Vorführungen. Der Tag des offenen Denkmals findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt und wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Die zentrale Veranstaltung für Sachsen fand im Goldenen Löwen in Hainichen statt. Allein im Landkreis Mittelsachsen konnten etwa 50 Objekte besichtigt werden. Das betraf unter anderem die Alte Försterei Naundorf (Bobritzsch-Hilbersdorf), die Bachmühle im Harthaer Ortsteil Steina, die historische Erzwäsche in Halsbrücke, den Wasserturm in Freiberg und den Bahnhof im Peniger Ortsteil Amerika. Der Landkreis verlieh eigene Denkmalpreise. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenDenkmalschutz hat viele Facetten
Sachsen hat lange Tradition in der Kamelienzucht
Im Fokus diesmal historische Orte, die Menschen verbinden
Knapp 700 Denkmale in Sachsen geöffnet
Zentrale Veranstaltung im Goldenen Löwen in Hainichen