«O Arzgebirg, wie bist du schie», dichtete Anton Günther 1927, «mit deine Wälder, ihr Wiesen, Barg on Tol». Die Liebeserklärung an seine Heimat ist nur eines von weit mehr als 100 Liedern, in denen er die Region und ihre Menschen besungen hat - in Mundart. Viele gehören heute untrennbar zum Erzgebirge so wie Kunsthandwerk und Bergparaden. Vor 150 Jahren wurde Günther in Gottesgab - dem heutigen Boží Dar in Tschechien - geboren. Er hat sich nicht nur als Liedermacher über die Region hinaus einen Namen gemacht.
Einer, den Günthers Lieder seit Kindheitstagen begleiten, ist Alexander Böhm aus Jahnsdorf. Er hat in seinem Haus Porträts von ihm hängen und bekennt: «Ich bin großer Anton-Günther-Fan.» In seinen Händen hält er ein dickes Album. Darin verwahrt der 49-Jährige etwa 400 Postkarten. Denn Günther war nicht nur Mundartdichter und Komponist. Er gilt auch als Erfinder der Liedpostkarte.