Mit der Gitarre auf dem Rücken lehnt die blonde Musikerin lässig am bunten Schornstein. Aus ihm steigt dünner Rauch auf. «Empowerella» haben Chemnitzer Studierende ihre Holzfigur genannt, die an Nina Kummer von der Indie-Pop-Band «Blond» erinnert. Sie ist eine von vier Kreationen, mit denen sie die Dominanz der Räuchermänner im traditionellen erzgebirgischen Kunsthandwerk aufmischen wollen. Dazu rücken die Studenten Frauen und Randgruppen in den Fokus.
Jeder, der zu Hause seine Weihnachtssachen anschaue, werde rasch feststellen: Frauen sind bei den Räucherfiguren sehr unterrepräsentiert, erläuterte Kulturwissenschaftlerin Melanie Hühn. In ihrem Masterseminar der TU Chemnitz hätten sich die Studenten zunächst mit Themen wie Tradition, Gender, Stereotype und Repräsentation auseinandergesetzt. Dabei besuchten sie Museen und Volkskunstwerkstätten. Mit einigen Gruppen haben sie sich dann intensiver befasst und zum Abschluss eigene Räucherfiguren konzipiert. Ihre Ideen wurden dann vom Holzspielzeugmacher Markus Weber in Schneeberg umgesetzt.