Nach der Veröffentlichung einer Studie zur Tarifbindung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Sachsen die Vorteile eines Tarifvertrags hervorgehoben. «Mit Tarifvertrag ist für die Beschäftigten mehr drin», sagte der sächsische DGB-Chef Markus Schlimbach am Montag in Dresden. Vollzeitbeschäftigte in Sachsen mit Tarifvertrag hätten monatlich rund 960 Euro mehr in der Tasche als ohne Tarifvertrag.
Der am Montag veröffentlichte Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung zufolge müssen Vollzeitbeschäftigte in tariflosen Betrieben im Mittel 53 Minuten in der Woche länger arbeiten und erhalten dennoch zehn Prozent weniger Gehalt als Tarifbeschäftigte. Das entspreche über das Jahr gesehen einer zusätzlichen Arbeitswoche, während auf dem Konto mehr als ein Monatsgehalt fehle. Zudem schwinde die Tarifbindung in Deutschland weiter. Im vergangenen Jahr seien nur noch 49 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben tätig gewesen, nachdem der Anteil im Jahr 2000 noch 68 Prozent betragen habe. Besonders in Ostdeutschland seien tariflose Unternehmen sparsam mit den Gehältern ihrer Beschäftigten.