Das sächsische Wirtschaftsministerium möchte die Ausbildung und Qualifikation stärken und hat dabei das Handwerk besonders im Blick. «Eine gute Ausbildung eröffnet jungen Menschen hervorragende Perspektiven. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bleibt klar: Viele Leistungen im Handwerk lassen sich nicht einfach automatisieren», sagte Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Künstliche Intelligenz könne nun einmal keinen Kabelbaum binden, Gebäudetechnik installieren oder Industrieanlagen warten.
Mehr als 8.000 Lehrstellen in Sachsen noch unbesetzt
Das Wirtschaftsministerium verwies auf Zahlen der Arbeitsagentur, wonach aktuell mehr als 8.000 Lehrstellen in Sachsen noch unbesetzt seien. Allein im Handwerk wird in rund 130 Berufen ausgebildet. Nicht nur für junge Menschen sei die Entscheidung über den Berufsweg wichtig, hieß es. «Auch die Unternehmen brauchen dringend Nachwuchs. Vor allem in technischen und handwerklichen Berufen wächst der Bedarf an qualifizierten Fachkräften seit Jahren.» Vor allem Elektronikerinnen und Elektroniker seien gefragt.
Mehr Nachfrage für Ausbildung im Handwerk
Laut Ministerium entwickelt sich der Ausbildungsmarkt für das Handwerk bereits positiv. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge sei von 5.152 im Jahr 2021 auf 5.930 im vergangenen Jahr gestiegen.
Um diesen Trend zu stärken, setze man auf praxisnahe Ausbildung, gezielte Förderung der Betriebe und bessere Aufstiegsanreize. So sollen überbetriebliche Berufsbildungsstätten modernisiert werden, damit Auszubildende mit zeitgemäßer Technik und aktuellen Verfahren arbeiten können. Dafür stünden elf Millionen Euro bereit.