Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Sachsen sind die Unternehmen im Freistaat bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung weiterhin deutlich im Rückstand. «Der Arbeitsmarkt in Sachsen ist für Menschen mit Behinderung nach wie vor exklusiv statt inklusiv», sagte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Daniela Kolbe anlässlich des Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am Mittwoch.
Gut qualifiziert - trotzdem außen vor
Nach Angaben des DGB liegt die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen in Sachsen mit vier Prozent weiterhin unter der gesetzlich vorgeschriebenen Fünf-Prozent-Quote. Bei privaten Arbeitgebern beträgt sie demnach sogar nur 3,4 Prozent. «Angesichts der Fachkräfteentwicklung in Sachsen ist es unverständlich, dass private Arbeitgeber nicht stärker auf die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung setzen», erklärte Kolbe. Zumal diese im Durchschnitt gut qualifiziert seien.
Von den 8.935 sächsischen Arbeitgebern mit mehr als 20 Beschäftigten - und damit verpflichtet zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen - hatte 2023 nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit jeder vierte (2.286) keinen einzigen schwerbehinderten Menschen eingestellt. In den vergangenen zehn Jahren habe sich daran kaum etwas geändert, bei privaten Arbeitgebern sei die Erfüllung der Quote zuletzt sogar leicht gesunken.