Gefahrenstufe Hoch: Warum Dynamo Dresden gegen Schalke als Risikospiel gilt
Dresden. Vor dem Pokalspiel von Dynamo Dresden gegen den FC Schalke 04 greift die Landeshauptstadt erneut zu einem Mitführverbot. Weil die Polizei die Zweitrundenpartie am Mittwoch, 28. Oktober (Anstoß 18 Uhr), im Rudolf-Harbig-Stadion als Hochrisikospiel mit hohem Gewaltpotenzial einstuft, hat die Stadt per Allgemeinverfügung das Mitführen bestimmter Gegenstände untersagt. Das Verbot gilt am Spieltag zwischen 15 und 23 Uhr.
Was verboten ist
Die Liste ist lang und zielt auf typische Ausrüstung gewaltbereiter Fans. Untersagt sind unter anderem pyrotechnische Erzeugnisse jeder Art und Messer, soweit nicht ohnehin nach dem Waffengesetz verboten. Dazu kommen Gegenstände, die auf Vermummung oder Schutz bei Auseinandersetzungen hindeuten: Sturmhauben, Masken (außer medizinischen), Schlauchschals, Helme, Schutzwesten, Protektoren, Boxer-Mundschutz, durchstichhemmende und Protektorenhandschuhe sowie Einwegoveralls. Erfasst sind Gegenstände, die dazu geeignet und bestimmt sind, Menschen zu verletzen, Sachen zu beschädigen oder die Identitätsfeststellung zu verhindern.
Wo die Verfügung gilt
Räumlich umfasst das Verbot den Bereich rund um das Stadion: Lennéplatz, Parkstraße bis zur Zinzendorfstraße, Zinzendorfstraße über die Lingnerallee bis zur Grunaer Straße, die Grunaer Straße stadtwärts bis zum Straßburger Platz sowie die Lennéstraße vom Straßburger Platz zurück zum Lennéplatz. Die vollständige Allgemeinverfügung steht im elektronischen Amtsblatt vom 23. Oktober unter www.dresden.de/amtsblatt.
Ein Gegner mit Dresdner Pokal-Vergangenheit
Sportlich weckt die Begegnung Erinnerungen, denn es ist erst das zweite Pokalduell der beiden Klubs - und das erste ist Dynamo-Fans bestens in Erinnerung: Am 18. August 2014 warf der damalige Drittligist den Bundesligisten Schalke in der 1. Runde mit 2:1 aus dem Wettbewerb, vor ausverkauftem Haus und als eine der Sensationen jener Pokalrunde. Justin Eilers brachte Dynamo per Foulelfmeter in Führung, Nils Teixeira erhöhte auf 2:0; Joel Matip gelang für Schalke nur noch der Anschlusstreffer. Auch diesmal trifft der klassentiefere Gastgeber auf einen Erstligisten.
Dritte Verfügung dieser Art - bislang blieb es ruhig
Das sicherheitsbehördliche Vorgehen ist unterdessen nicht neu. Bereits vor den jüngsten Heimspielen gegen den 1. FC Magdeburg und zuvor gegen Hertha BSC hatte die Stadt gleichlautende Verfügungen erlassen – beide Partien galten ebenfalls als Hochrisikospiele. In beiden Fällen blieb es anschließend weitgehend störungsfrei.
Nach dem Spiel gegen Magdeburg zog die Polizeidirektion Dresden eine knappe Bilanz: Es sei zu keinen nennenswerten Störungen gekommen, die Abreise der Fans verlief problemlos. Rund 660 Beamte waren damals im Einsatz, unterstützt unter anderem von Bundespolizei und der Polizei Sachsen-Anhalt; etwa 2.400 Gästefans wurden mit Shuttlebussen zum Stadion gebracht. Auch rund um das Hertha-Spiel blieb die Lage nach dem Einsatz ruhig.