Neun Projekte aus aller Welt dürfen bald auf dem künftigen US-amerikanischen Supercomputer Discovery forschen. Darunter ist auch ein Team des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR). Gemeinsam mit der Universität Delaware (USA) setzte es sich gegen Konkurrenten wie die NASA und General Electric durch. Als einziges internationales Projekt überhaupt.
Hinter dem Erfolg steckt ein Programm namens PIConGPU. Es simuliert am Computer, wie Laserstrahlen auf Plasma wirken. Plasma ist ein extrem heißes, elektrisch geladenes Gas. Solche Simulationen helfen dabei, neue Technologien zu entwickeln. Dazu gehören kompakte Teilchenbeschleuniger für die Krebsbehandlung oder Anlagen für die lasergetriebene Kernfusion, die eines Tages klimafreundliche Energie liefern könnten.
Von Görlitz und Dresden an die Weltspitze
Der Supercomputer Discovery soll spätestens 2028 geliefert werden und 2029 in Betrieb gehen. Er wird deutlich leistungsstärker als sein Vorgänger "Frontier" sein, der derzeit zu den schnellsten Supercomputern der Welt gehört. PIConGPU lief bereits auf "Frontier". Mit "Discovery“ sollen künftig noch größere und präzisere Simulationen möglich werden. Am HZDR leiten das Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) in Görlitz und das Institut für Strahlenphysik in Dresden das Projekt gemeinsam.
Bussmann betont auch die europäische Perspektive. Das HZDR ist an einem europäischen Forschungsnetzwerk beteiligt, das den Zugang zu den leistungsstärksten Supercomputern Europas ermöglicht. Mit JUPITER steht im Forschungszentrum Jülich einer der leistungsfähigsten Rechner Europas. "Es ist wichtig, dass das HZDR Teil des EuroHPC-Exzellenzzentrums PlasmaPEPSC ist. Der Zugang zu europäischen Exascale-Rechnern wie JUPITER stellt sicher, dass wir stets an der Spitze der Forschung bleiben."
PIConGPU wird seit mehr als zehn Jahren weiterentwickelt. Die Simulationssoftware steht Forschenden weltweit kostenlos zur Verfügung.