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Montagsdemos 1989: HTWK Leipzig sucht Zeitzeugen

Mitten im Geschehen: Das Modell zeigt, wie Besucher Montagsdemos und Friedliche Revolution erleben sollen.
So soll der Cube der HTWK Leipzig aussehen: Die begehbare Installation bringt den Wendeherst 1989 audiovisuell zum Leben. © Modell: FIM/HTWK Leipzig
Von: Wissensland
Studierende der HTWK Leipzig arbeiten an einer begehbaren Videoinstallation zur Friedlichen Revolution und den Montagsdemos von 1989. Dafür suchen sie Menschen, die den Wendeherbst in Leipzig erlebt haben, ob auf der Straße oder nicht. Alle Perspektiven sind willkommen.

Herbst 1989. Tausende Menschen zogen durch Leipzigs Straßen und riefen "Wir sind das Volk." Was folgte, veränderte Deutschland. Heute, fast 37 Jahre später, suchen Studierende der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) Menschen, die diese Zeit erlebt haben und bereit sind, ihre Erinnerungen zu teilen. An der Fakultät Informatik und Medien entsteht eine künstlerisch-dokumentarische Videoinstallation zu den Montagsdemos und der Friedlichen Revolution.

Archivmaterial, aktuelle Aufnahmen und persönliche Zeitzeugenberichte sollen darin zusammenfließen. Das Ziel ist ein sogenannter "Cube", ein begehbarer Ausstellungsraum, der besonders jungen Menschen einen emotionalen und zugleich reflektierenden Zugang zu diesem wichtigen Kapitel der Leipziger und deutschen Geschichte ermöglichen soll.

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Viele Perspektiven gesucht

Gesucht werden Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Manche waren bei den Demonstrationen dabei, andere nicht. Auch frühere Angehörige der sogenannten bewaffneten Organe oder Menschen, die die Ereignisse aus einer ganz anderen Perspektive erlebt haben, sind eingeladen, ihre Geschichte zu erzählen.

Die Gespräche sollen offen und erzählorientiert verlaufen. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erinnerungen an den Alltag in der DDR und während der Wendezeit, Erfahrungen mit den Montagsdemos sowie heutige Gedanken zu Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichem Wandel. Ablauf und Nutzung des Materials werden transparent mit den Teilnehmenden abgestimmt.

Geschichte für junge Menschen erlebbar machen

Betreut wird das Projekt von Uwe Kulisch, Professor für Elektronische Mediensystemtechnik an der HTWK Leipzig. "Durch das studentische Projekt sollen hauptsächlich jüngere Menschen die damaligen Geschehnisse informativ, aber vor allem emotional nachempfinden können", sagt Kulisch. Besonders sei dabei, dass die Studierenden selbst lange nach den Ereignissen von 1989 geboren wurden und sich nun mit dieser Zeit auseinandersetzen.

Die Installation richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren. Sie soll zunächst noch 2026 an der HTWK Leipzig gezeigt werden. Anschließend ist geplant, sie auch der Leipziger Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung zugänglich zu machen.

Interessierte können sich per E-Mail an elisabeth.gienapp@stud.htwk-leipzig.de wenden.

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