Jedes Smartphone, jeder Laptop und jede smarte Heizungssteuerung funktioniert nur dank winziger Chips. Doch die Anforderungen an moderne Mikroelektronik wachsen rasant. Chips sollen leistungsfähiger, kompakter und energieeffizienter werden. Klassische Fertigungsmethoden stoßen dabei zunehmend an physikalische und technische Grenzen. Forschende am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden haben nun eine Methode entwickelt, die dieses Problem lösen könnte.
Der Kern der Idee: Statt einen einzigen großen Chip zu bauen, kombiniert man mehrere kleine Spezial-Chips zu einem Gesamtsystem. Diese kleinen Bausteine heißen Chiplets. Die Herausforderung besteht darin, sie möglichst dicht und verlustarm miteinander zu verbinden.
Von der Forschung in die Fabrik
Besonders interessant ist die Technologie für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz, etwa in intelligenten Sensoren oder schnellen Funksystemen. Solche Geräte benötigen leistungsfähige Chips auf engstem Raum, beispielsweise im Auto, in der Medizintechnik oder in Kommunikationssystemen. Der aktuelle Demonstrator aus Dresden basiert noch auf vereinfachten Teststrukturen. Doch das Team sieht darin bereits einen wichtigen Schritt Richtung industrieller Anwendung. "Obwohl der aktuelle Demonstrator auf Dummy-Strukturen basiert, ist die Prozesskette auf reale Kundenanwendungen übertragbar", betont Lorenz.
Die Forschung entstand im Rahmen des europäischen Projekts APECS, das mit insgesamt 730 Millionen Euro gefördert wird. Ziel ist eine gemeinsame europäische Pilotlinie für moderne Chipfertigung.