Morgens kommt jemand zur Untersuchung – kurze Zeit später sehen Ärzte ein detailliertes Bild der Stoffwechselprozesse im ganzen Körper. Was bislang mehrere Aufnahmen und viel Zeit brauchte, könnte bald in einer einzigen Messung gelingen. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat dafür fast fünf Millionen Euro Förderung aus EU-Mitteln erhalten, für einen sogenannten Ganzkörper-PET-Scanner.
PET steht für Positronen-Emissions-Tomografie. Dabei bekommt ein Patient eine sehr geringe Menge einer radioaktiv markierten Substanz gespritzt, einen Radiotracer. Dieser verteilt sich im Körper und macht Stoffwechselprozesse sichtbar. Auch dort, wo Krebs entsteht. Herkömmliche PET-Geräte erfassen dabei aber immer nur einen kleinen Ausschnitt des Körpers, etwa 20 bis 25 Zentimeter. Der neue Ganzkörper-Scanner hingegen erfasst auf einen Schlag über einen Meter, also fast den gesamten Körperstamm.
Forschung und Behandlung unter einem Dach
Das Gerät soll 2028 am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden in Betrieb gehen. Die Gesamtkosten liegen bei knapp acht Millionen Euro. In erster Linie dient es der Forschung. Bis zu 20 Prozent der Kapazität können aber direkt für die Behandlung von Patienten genutzt werden.
Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow betont, dass genau diese Verbindung von Forschung und Versorgung ein Ziel des Freistaates sei. "Der neue PET-Scanner verspricht zum einen eine qualitative Steigerung für die radiopharmazeutische Krebsforschung am HZDR", sagte Gemkow. Gleichzeitig werde er am Universitätsklinikum erprobt und stehe damit beispielhaft für den Weg von der Forschung zum Nutzen für den einzelnen Menschen.
Eng verknüpft mit dem Kauf ist die Gründung einer neuen Expertengruppe namens SYNRaDT. Sie soll neu entwickelte Wirkstoffe schneller aus dem Labor in die Patientenversorgung bringen – eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und medizinischer Praxis.