Ein Kind spielt, lacht, fühlt sich kerngesund. Und trotzdem kann eine Erkrankung bereits im Körper beginnen. Bei Typ-1-Diabetes entwickelt sich die Krankheit oft Jahre, bevor erste Symptome auftreten. Eine Studie aus Dresden will genau das sichtbar machen.
Fr1da heißt das Programm, das Familien die Möglichkeit bietet, ihre Kinder zwischen zwei und zehn Jahren auf frühe Zeichen von Typ-1-Diabetes testen zu lassen. Getragen wird es in Sachsen vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der Technische Universität Dresden und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Ab Mai 2026 wächst die Studie. Fünf weitere Bundesländer kommen hinzu, darunter Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Damit ist Fr1da in insgesamt zwölf Bundesländern verfügbar.
Was bringt das den betroffenen Familien?
Der Unterschied ist erheblich. Kinder, bei denen Fr1da ein Frühstadium erkennt, werden in spezialisierten Kinderkliniken weiter untersucht. Dort bestimmen Ärzte, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet, und legen einen individuellen Vorsorgeplan fest. So sollen schwere Komplikationen möglichst vermieden werden. Dazu gehört vor allem die diabetische Ketoazidose. Das ist eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, die entsteht, wenn dem Körper plötzlich Insulin fehlt. In Deutschland tritt sie bei mehr als 20 Prozent der neu diagnostizierten Kinder auf. Bei Kindern, die durch Fr1da erkannt wurden, waren es nur 2,5 Prozent.
"Mit Fr1da sehen wir Typ-1-Diabetes nicht erst dann, wenn Kinder akut erkranken, sondern deutlich früher", sagt Anette-Gabriele Ziegler, wissenschaftliche Leiterin der Studie und Direktorin des Instituts für Diabetesforschung bei Helmholtz Munich. Das schaffe Zeit für Aufklärung, Vorsorge und, wenn nötig, medizinische Intervention.