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Sauberere Batterien: Forschung aus Dresden setzt auf neue Beschichtung

Neue Trockenbeschichtung für Batterien – ohne giftige Chemikalien.
Trockenbeschichtung statt Lösungsmittel: Das Fraunhofer IWS entwickelt sauberere Elektroden für Batterien. © Fraunhofer IWS/Piotr Banczerowski
Von: Wissensland
Batterien stecken überall drin. Aber ihre Herstellung belastet die Umwelt. Forschende des Fraunhofer IWS in Dresden arbeiten mit Kollegen aus Taiwan daran, das zu ändern. Ihr Ziel ist eine neue Methode ohne gefährliche Chemikalien und mit weniger Energieverbrauch.

Batterien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie lassen Elektroautos fahren und halten Smartphones oder Laptops am Laufen. Doch ihre Herstellung hat einen Haken. Sie ist energieintensiv und nutzt zum Teil problematische Chemikalien. Forschende aus Dresden wollen das ändern.

Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden hat gemeinsam mit dem taiwanesischen Forschungsinstitut ITRI das Projekt "FREDY" gestartet. Im Kern geht es um ein alternatives Herstellungsverfahren für Batterieelektroden: die sogenannte Trockenbeschichtung, also ein Verfahren ohne flüssige Lösungsmittel.

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Warum ist das bisherige Verfahren ein Problem?

Normale Batterieelektroden entstehen bisher im Nassverfahren. Dabei werden Materialien in Flüssigkeiten gelöst und aufgetragen. Die Flüssigkeit muss danach aufwendig getrocknet und wiedergewonnen werden. Das kostet viel Energie und braucht große, teure Anlagen. Noch problematischer ist ein anderes Detail. Die Beschichtungen enthalten meist Stoffe aus der PFAS-Gruppe. Diese "Ewigkeitschemikalien" bauen sich in der Natur kaum ab und reichern sich in Lebewesen an. Wie stark sie Umwelt und Gesundheit schädigen, hängt jedoch davon ab, um welche Stoffe es genau geht und wie stark Menschen und Umwelt ihnen ausgesetzt sind. In Europa wächst der Druck, ihre Verwendung stark einzuschränken.

Die Trockenbeschichtung kommt ohne diese Lösungsmittel aus. Sie spart Energie und macht den Prozess einfacher. Wie groß dieser Vorteil im industriellen Maßstab tatsächlich ist, hängt jedoch stark von der konkreten Umsetzung ab. Gleichzeitig stellt sie hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien – und genau da setzt das Projekt an.

Fluorfreie Alternativen und stabilere Materialien

Das Team um Dr. Benjamin Schumm, Abteilungsleiter Partikeltechnik am Fraunhofer IWS, entwickelt neue Binder. Das sind Stoffe, die die Elektrode zusammenhalten, ganz ohne Fluor. "Wir verknüpfen Materialentwicklung direkt mit Prozess- und Anlagenkonzepten und beschleunigen so den Transfer in industrielle Anwendungen", sagt Schumm.

Solche fluorfreien Binder gelten als zentrale Voraussetzung dafür, Trockenbeschichtungsverfahren langfristig ohne PFAS einsetzen zu können. Ob sie bestehende Materialien vollständig ersetzen können, ist jedoch noch offen. Gleichzeitig verbessern die Forschenden die Aktivmaterialien, also jene Stoffe, die in der Batterie die Energie speichern. Dafür nutzt der Kooperationspartner ITRI ein Verfahren namens Atomic Layer Deposition. Dabei werden hauchdünne Schutzschichten Schicht für Schicht auf winzige Partikel aufgebracht. Diese Hülle macht die Materialien stabiler und kann die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Batterien erhöhen.

Das Projekt FREDY läuft von September 2025 bis August 2028. Die Ergebnisse sollen anschließend in die Industrie übertragen werden, also in die Produktion für große Stückzahlen – etwa für Hersteller von Batteriezellen, Maschinen und Materialien. Das Vorhaben ist Teil eines breiteren Trends: Mit strengeren Umweltauflagen und steigenden Energiekosten wächst der Druck, die Batteriefertigung effizienter und nachhaltiger zu machen. Trockenbeschichtungsverfahren gelten dabei als vielversprechend, sind bislang aber noch nicht flächendeckend industriell etabliert.

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