Erinnerung an eine Unbequeme: Der Landesfrauenrat Sachsen enthüllt am 23. April eine Stele zu Ehren von Maria Grollmuß in Radibor (Landkreis Bautzen). Die Aktion ist Teil des Projekts «frauenorte sachsen». «Mit diesem Projekt soll bewegende und vielfältige Frauengeschichte sichtbar gemacht werden», so der Dachverband sächsischer Frauenverbände. Gewürdigt wird Maria Grollmuß, die als Publizistin, Demokratin und Frauenrechtlerin gegen den Nationalsozialismus kämpfte. 1896 wurde sie in Leipzig geboren, Radibor galt als ihr Wirkungsort.
Die Sorbin wechselte nach einer kurzen Anstellung im Lehrerinnenseminar ins publizistische Metier und arbeitete in Frankfurt am Main für sozialistische Blätter als politische Journalistin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ging sie nach Radibor, wo ihr Vater Wurzeln hatte. Sie wurde im November 1934 in Radibor verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. Der Vorwurf: konspirativer Informationsaustausch, Arbeit als Kurier, Vernetzung von Widerstandsgruppen und das Verfassen von Schriften zum Sturz des Regimes. Nach ihrer Verurteilung kam sie zunächst ins Zuchthaus nach Waldheim und ab 1941 ins KZ Ravensbrück, wo sie am 6. August 1944 in Folge einer Krankheit starb.