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Rund 8000 Mal beantragt in Stasi-Akten zu schauen

Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU). Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild
Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU). Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

In Sachsen sind in diesem Jahr rund 8000 Anträge (genau 8002) auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt worden (Stand 30. November). Das Interesse der Menschen an der Vergangenheit sei noch immer hoch, gehe aber im Vergleich zu früheren Jahren zurück, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur.

In den Außenstellen der Bundesbehörde wurde im Freistaat 2019 - dem 30. Jahr des Mauerfalls - noch 13 928 Mal beantragt, in Papiere zu schauen, die die DDR-Staatssicherheit rechtswidrig über Menschen angelegt hatte. Im Schnitt kämen zwei Drittel der Anträge von Menschen, die den Blick in die Vergangenheit zum ersten Mal wagen wollten. Ein Drittel seien Wiederholungsanträge, da jetzt die Akten weiter erschlossen seien als etwa in den 90er Jahren.

1992 war das Interesse an der persönlichen Akteneinsicht riesig, die mit der neu gegründeten Stasi-Unterlagen-Behörde möglich wurde. In dem Jahr wurden allein in Sachsen 148 691 solcher Anträge registriert. Bis heute summiert sich die Zahl der Anträge, die in Dresden, Leipzig und Chemnitz gestellt wurden, auf 872 455.

Die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit sei nicht abgeschlossen, unterstrich Jahn. Die Stasi-Akten, die 2021 unter das Dach des Bundesarchivs kommen, bleiben zugänglich, sagte der frühere DDR-Oppositionelle.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH