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Heidenau verteidigt Beschluss zu Stolpersteinen

Heidenau verteidigt Beschluss zu Stolpersteinen
In Heidenau sollen künftig keine neuen Stolpersteine mehr verlegt werden. (Archivbild) / Foto: Robert Michael/dpa
Die Entscheidung gegen die Verlegung weiterer Stolpersteine im sächsischen Heidenau sorgte für bundesweite Kritik. Nun äußert sich die Bürgermeisterin.

Die sächsische Kleinstadt Heidenau hat den Beschluss verteidigt, künftig keine neuen Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum verlegen zu wollen. «Der Stadtratsbeschluss bedeutet weder, dass in Heidenau nicht mehr erinnert werden soll, noch dass bestehende Stolpersteine entfernt werden sollen», sagte Bürgermeisterin Conny Oertel (parteilos). 

In dem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem «Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie» hatten Vertreter von AfD und CDU gefordert, solche Stolpersteine «im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich» künftig abzulehnen. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so «dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist». Die Entscheidung hatte bundesweit heftige Kritik ausgelöst. 

«Wir wollen uns aktiv mit der Frage beschäftigen, wie wir in unserer Stadt einen würdigen Ort des Erinnerns schaffen und das Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und insbesondere des Nationalsozialismus sichtbar halten und weiterentwickeln können», so Oertel. Dass es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gebe, sei in einer demokratischen Gesellschaft selbstverständlich, betonte die Bürgermeisterin. Sie rief dazu auf, miteinander im Gespräch zu bleiben und sachlich und ergebnisoffen über die verschiedenen Möglichkeiten diskutieren.

Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es bereits seit den 90er Jahren - und inzwischen in vielen europäischen Ländern. Die in der Regel spendenfinanzierten kleinen Steine werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort von Opfern des Nationalsozialismus verlegt - deren Namen und Lebensdaten stehen auf einer Messingplatte auf der Oberseite der Steine.

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