In der Wüste von New Mexico in den USA soll künftig eines der größten Radioteleskope der Welt neue Erkenntnisse über das Universum liefern. Dazu haben Wissenschaftler und Ingenieure nun in Schkeuditz bei Leipzig den Prototyp des Hauptreflektors vorgestellt. Er besteht aus mehr als 700 Stahlstreben, die zu einer 21 mal 18 Meter großen Oktaeder-Form zusammengesetzt werden. Das Ganze wiegt 43 Tonnen. Der Reflektor sei so konstruiert, dass er sich unter allen Umwelteinflüssen - also Temperatur, Wind und Schwerkraft - nie um mehr als die Dicke von drei menschlichen Haaren verforme, sagte Lutz Stenvers, Geschäftsführer von Mtex Antenna Technology.
Die Firma mit Sitz in Wiesbaden entwickelt und fertigt Teleskope für die Astronomie und Geodäsie sowie Spezialantennen. Der Reflektor kann laut Stenvers zerlegt, in Containern verschifft und in kürzester Zeit wieder zusammengesetzt werden. «Dass in Schkeuditz am weltgrößten Radioteleskop gearbeitet wird, zeigt, dass der Freistaat ein wichtiger Forschungsstandort für diese Spitzentechnologie ist», sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) laut Mitteilung. Von der geplanten Ansiedlung eines Großforschungszentrums für Astrophysik in Sachsen erhoffe er sich weitere Ausgründungen und Entwicklungen.