Vor dem Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961 beklagt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur große Wissenslücken. «Es sollte uns alarmieren, wenn nur eine kleine Minderheit unserer Schulabgängerinnen und Schulabgänger etwas mit den Kerndaten unserer Nachkriegsgeschichte anfangen kann», sagte Direktorin Anna Kaminsky der Deutschen Presse-Agentur.
Nach einer Umfrage im Auftrag der Bundesstiftung wüssten sechs von sieben Befragten im Alter von 14 bis 29 Jahren nichts mit dem Datum 17. Juni 1953 anzufangen - dem Tag des gescheiterten Volksaufstands in der DDR. «Wir sprechen von jungen Menschen, die seit 2009 den Geschichtsunterricht im vereinten Deutschland durchlaufen haben», sagte Kaminsky. «Eine Umfrage zum 13. August 1961 würde mit Sicherheit ein vergleichbares Bild ergeben.»
An dem Tag vor 62 Jahren hatte die Führung der DDR mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Dies sollte die massenhafte Abwanderung von Menschen in den Westen Berlins und in die Bundesrepublik stoppen, der die DDR-Wirtschaft bremste und den Staat destabilisierte. Die Mauer wurde nach Massenprotesten in der DDR am 9. November 1989 geöffnet.