Die Weinlese im sächsischen Elbtal zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz steht nach sieben Wochen vor dem Abschluss. Der Großteil der Weingüter sei schon fertig oder kurz vor dem Ende, sagte der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Felix Hößelbarth, der Deutschen Presse-Agentur. Der trockene September und Oktober seien ideal gewesen, auch für die Ernte. «Es wird ein sehr guter Jahrgang, in Qualität und Menge, über das gesamte Anbaugebiet.»
Laut Hößelbarth könnte die ursprüngliche Prognose von 28.500 Hektolitern Ertrag zu Lesebeginn noch übertroffen werden. «Das wären zehn Prozent mehr als im Vorjahr.» Er hält auch 29.000 Hektoliter für möglich. Die Sonne am Ende sei auch gut für das Mostgewicht gewesen. 95 Grad Oechsle und höher sei «sehr ordentlich und spricht für gute Qualität». Und der Wein habe auch die nötigen Geschmacks- und Aromastoffe.
Dabei gab es laut Hößelbarth eine ungewohnte Abfolge von Gut- und Schlechtwetter mit Zeiten, «wo es viel zu trocken war und dann wieder zu viel Regen». Der erfolgreiche Weinbau werde unberechenbarer, herausfordernder und sei kein Selbstläufer. «Alles, was es an Regeln gibt und man an Erfahrung hat, lässt sich nicht einfach anwenden und übertragen.» So musste etwa beim Entblättern zur Belüftung der Trauben aufgepasst werden, dass nicht zu früh oder zu viel entfernt werde. «Sonst kann Sonne die Trauben verbrennen.»