Die Lage in der ostdeutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie ist laut Branche weiter extrem angespannt. «Wir stehen vor einer der größten Herausforderungen, die wie jemals hatten», sagte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des Landesverbands Nordost im Verband der Chemischen Industrie (VCI) der dpa in Halle. Grund sei die Kostenlast der Unternehmen für Energie und Rohstoffe. Diese sei trotz staatlicher Hilfen für die im internationalen Wettbewerb stehenden Betriebe zu hoch. Es gebe die Sorge vor weiteren Produktionsdrosselungen oder gar Abwanderung in andere Länder mit kostengünstigeren Voraussetzungen.
Der Verband fordere vom Bund daher bessere Rahmenbedingungen für die Branche zu ermöglichen. Dazu zählten ganz zentral langfristig wettbewerbsfähige Energiepreise, aber auch weniger Bürokratie und kürzere Genehmigungsverfahren für Anlagen und Forschungsvorhaben, sagte sie. «Denn trotz aller aktuellen Probleme sind wir Zukunfts- und Schlüsselbranche», sagte Schmidt-Kesseler. Großes Thema sei dabei die Transformation der Energiebasis, hin zu klimaneutraler Produktion unter andrem durch den Einsatz von «grünem Wasserstoff». Erdgas ist bisher den Angaben nach die Hauptenergiequelle und zugleich wichtiger Rohstoff für die Chemie- und Pharmaindustrie.