Trotz sinkender Inlandsflüge entsteht am Flughafen Leipzig/Halle ein Werk für ein neues Regionalflugzeug. Der Hersteller Deutsche Aircraft setzt darauf, dass kleinere und sparsamere Maschinen Verbindungen wieder wirtschaftlicher machen können. Moderne Regionalflugzeuge «könnten eine Renaissance des Verkehrs erreichen», sagt der Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke von der Technischen Universität Dresden.
Kleinere Flugzeuge für kurze Strecken
Die D328eco ist ein Turbopropflugzeug für rund 40 Passagiere, das auf kurzen Strecken deutlich weniger Treibstoff verbraucht als große Jets. Kleinere Flugzeuge seien dort wirtschaftlicher, sagt Standortmanager Sebastian Böhnl: «Der Bedarf an Regionalfliegern ist da.»
Vor der Corona-Pandemie hatte Leipzig/Halle deutlich mehr innerdeutsche Verbindungen - ein Segment, das sich nur langsam erholt hat. Kleinere Maschinen könnten solche Strecken wieder rentabel machen, auch als Zubringer zu internationalen Drehkreuzen.
Klimaschutz als entscheidender Faktor
Entscheidend für den Erfolg ist der Klimaschutz. Die Maschine ist für nachhaltige Flugkraftstoffe ausgelegt, doch «in den nächsten fünf Jahren ist SAF-Knappheit unvermeidbar», sagt Fricke. Eine Beimischungsquote hält er für sinnvoller als höhere CO2-Abgaben, weil die Emissionen dann durch saubereren Treibstoff sinken würden und nicht vor allem durch teurere Tickets.
Für Sachsen ist das Werk eines der größten Luftfahrtprojekte seit Jahrzehnten. Perspektivisch sollen bis zu 48 Flugzeuge pro Jahr gebaut werden. Der erste in Leipzig montierte Testflieger soll im ersten Quartal 2027 fertig werden. Der Standort ist auf langfristiges Wachstum ausgelegt. «Ein Flugzeugwerk plane man für 30 Jahre plus», sagt Böhnl.
Ob die Rechnung aufgeht, hängt vor allem von der Entwicklung klimafreundlicher Treibstoffe und der Nachfrage nach Regionalverbindungen ab. Für Leipzig/Halle ist das Projekt dennoch ein Signal für den Luftfahrtstandort.
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