Beim Kauf von Lebensmitteln wollen Bauernverband und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Verbraucher zum Umdenken bewegen. Die Kunden sollten etwa beim Fleisch mehr Wert auf Qualität legen, eine bessere Tierhaltung koste aber auch mehr Geld. Vor der Agrarmesse Grüne Woche (17. bis 26. Januar) in Berlin kritisierten Bauernpräsident Joachim Rukwied und Klöckner auch die Schnäppchenangebote der Handelsketten.
Die CDU-Politikerin forderte die Deutschen auf, einen höheren Anteil ihres Einkommens für Essen auszugeben. «Da liegen wir mit weniger als zehn Prozent am unteren Ende der Europäischen Union», sagte Klöckner der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Sie finde es gut, dass sich die Menschen heute mehr als früher für die Methoden der Tierhaltung interessierten. «Dann müssen sie aber auch wissen, dass das mehr kostet - und sagen: Ich esse vielleicht nicht mehr jeden Tag Fleisch, dafür aber besseres.»
Rukwied sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag): «Wir appellieren an die Kunden, Qualitätsprodukte zu kaufen. Sie sollten auch bei Bio-Produkten schauen, dass es regionale Produkte sind.» Lebensmittel in Deutschland seien im Vergleich sehr hochwertig, müssten aus Sicht der Landwirte aber teurer sein.