Nach seinem tödlichen Messerangriff auf einen polnischen Busfahrer in Hof wird der 44 Jahre alte Täter dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Das entschied das Landgericht Hof am Montag. Der Tatbestand des Totschlags war nach Ansicht des Gerichts erfüllt, der Mann ist aber schuldunfähig: Er leidet an einer paranoiden-halluzinatorischen Schizophrenie.
Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklage sprachen sich laut einem Gerichtssprecher in ihren Plädoyers übereinstimmend für eine Unterbringung aus. Das Urteil ist rechtskräftig.
Der 44-Jährige aus Reichenbach im sächsischen Vogtland geriet laut Anklage im Juli am Hofer Busbahnhof mit einer polnischen Reisegruppe in Streit. Zunächst schlug er einen Fahrgast, dann stach er dem Busfahrer, der dazwischen ging, mit einem Taschenmesser mindestens zweimal in Hals- und Nacken. Der 63-Jährige starb noch am Tatort.
Der 44-Jährige hatte beim Auftakt des Sicherungsverfahrens im Dezember den Angriff eingeräumt und zum Sohn des Busfahrers gesagt: «Es tut mir leid. Ich wollte Ihren Vater nicht töten. Es war ein Unfall.» Laut Staatsanwaltschaft gerät er wegen seiner Schizophrenie regelmäßig in einen stark angespannten Zustand, in dem es keines besonderen Anlasses bedarf, damit er gewalttätig wird.