Die lange Trockenheit und Hitze setzen den Fischen in Sachsens Flüssen zu. Fehlende Niederschläge haben in den vergangenen Wochen nicht nur die Flüsse und damit den Lebensraum arg schrumpfen lassen. Mit dem Anstieg der Wassertemperaturen verringere sich auch der Sauerstoffgehalt im Wasser, sagte der Referatsleiter Fischerei beim Landesamt für Umwelt, Gert Füllner, der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem kälteliebende Fischarten wie Bachforelle, Elritze, Groppe, Äsche oder Bachneunauge litten.
«Eigentlich ist die Natur angepasst an solche Situationen», erklärte der Experte. Wenn Bäche und Flüsse naturnah seien, böten sie auch in Dürre- und Hitzeperioden ausreichend tiefe Kolke, in die sich die Fische zurückziehen könnten. Doch seien viele Flüsse begradigt und verbaut worden, so dass natürliche Rückzugsmöglichkeiten fehlten. Von «Autobahnen fürs Wasser» spricht Füllner.
Solche negativen Auswirkungen menschlicher Eingriffe schildert auch Ralf Bretfeld vom Anglerverband Südsachsen Mulde/Elster in Neukirchen bei Chemnitz. Könnten die Flüsse frei fließen, würden sie sich weniger erwärmen, sagte er. An Wehren bilde sich ein Rückstau, in dem das Wasser weitgehend ruhe. Dadurch entstünden nicht nur zusätzliche Verdunstungsflächen, sondern erwärme sich das Wasser auch stärker. Allein an der Zschopau gebe es von Wiesa bis Frankenberg 40 Stauanlagen, erklärte der Experte.