Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Umwelt

Amphibien: Was den Tieren bei Kälteeinbrüchen blüht

Amphibien: Was den Tieren bei Kälteeinbrüchen blüht
Ein Krötenpärchen bewegt sich über einen Wanderweg zum Laichplatz. / Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Von: DieSachsen News

Der Amphibienbestand in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist seit Jahren tendenziell rückläufig. Das zeige die neue Rote Liste Deutschlands, sagte der Experte des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) in Sachsen, Wolf-Rüdiger Große. Bedenklich erscheine ihm, dass das Vorkommen ehemals üblicher Arten wie Erdkröte und Grasfrosch bedrohlich zurückgehe. Andere seltenere Arten wie die Kreuz- und Wechselkröte seien bereits stark vom Aussterben bedroht. Nur wenige Arten wie der Teichmolch oder der Springfrosch schienen sich unbeeindruckt auszubreiten, sagte der Experte.

An Krötenzäunen, die in Sachsen-Anhalt vom Nabu betreut werden, sehe man von Jahr zu Jahr abnehmende Amphibienzahlen, sagte eine Sprecherin des Nabu in Sachsen-Anhalt. In Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld) werde der Amphibienzaun schon seit zwei Jahren nicht mehr aufgestellt, da kein Bedarf vorhanden sei.

Die von den Naturschutzverbänden betreuten Schutzanlagen seien auch nicht in adäquater Menge vorhanden, sondern nur der «sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein», sagte Experte Große. Es mangele an Betreuern der Anlagen und an finanziellen Mitteln. Die Folge seien der Tod der Individuen und die Isolation der Populationen.

Das Wetter der vergangenen Wochen habe sich zudem auf die Amphibienwanderungen negativ ausgewirkt, sagte die Nabu-Sprecherin. Trockenheit und kalte Nächte seien für die Tiere äußerst ungünstige Wanderungsbedingungen. Als wechselwarme Tiere sind die Amphibien auf Temperaturen über dem Gefrierpunkt angewiesen um zu wandern.

Bei Plusgraden und Nieselregen machten sich zuletzt die ersten frühlaichenden Amphibien auf den Weg zu ihrem Laichgewässer, erklärte Große. Schlage wie zuletzt das Wetter in Kälte und Trockenheit um, suchten sie schnell frostfreie und feuchte Stellen auf und harrten dort aus, bis es weitergehen könne. «Sind sie schon im Wasser, tauchen sie einfach ab, der Stoffwechsel wird weit heruntergefahren.»

Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Sachsen News
Artikel von

Sachsen News

Sachsen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media