An Weihnachten rechnet die Telefonseelsorge mit besonders vielen Anrufen. Die Auslastung sei allgemein sehr hoch, sagte Tilmann Beyer, der als Referent der Diakonie Sachsen unter anderem für die Telefonseelsorge zuständig ist. Über die Feiertage werde das Angebot aber noch einmal verstärkt in Anspruch genommen. Es könne zu Stoßzeiten vorkommen, dass Anrufer nicht direkt durchkommen, weil alle Leitungen belegt sind.
«Allen geht es scheinbar gut, nur mir geht es schlecht»
Themen wie Einsamkeit oder der Verlust von Familienangehörigen und Freunden drängen sich dann besonders ins Bewusstsein. Bei der weihnachtlichen Stimmung entstehe der Eindruck: «Allen geht es scheinbar gut, nur mir geht es schlecht», sagte Beyer. Auch die Winterdepression durch Dunkelheit und Kälte mache sich bemerkbar.
Hilfesuchende können sich rund um die Uhr per Anruf oder online bei der Telefonseelsorge melden. Im vergangenen Jahr erreichten die sechs sächsischen Standorte in Dresden, Bautzen, Chemnitz, Leipzig, Zwickau und Auerbach laut Angaben der Diakonie etwa 57.000 Anfragen, aus denen sich etwa 45.000 seelsorgerliche Gespräche entwickelten. Dafür erbrachten die Ehrenamtlichen rund 38.000 Dienststunden.