Schon neben der Eingangstür zum Buchkinder-Verein in Leipzig kann man sehen, dass in den Räumen vieles nicht in den gewohnten Bahnen läuft. «aber einmal hate der Postvogel eine naricht die anders war.», steht dort über einer Info-Tafel. Auf die korrekte Rechtschreibung kommt es nicht an, sondern darauf, dass Kinder sich ausdrücken und ihre Geschichten erzählen können. Das Medium dafür soll das Buch sein. Mit diesem Konzept feiert der Buchkinder-Verein in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen - und hat neue große Pläne.
«Fast alle Kinder wollen sich irgendwie mitteilen», sagte Sven Riemer, geschäftsführender Vorstand des Vereins. Die Erwachsenen geben den Buchkindern dafür die Werkzeuge in die Hand. In Kursen können sie malen und texten. «Wir machen, was üblicherweise kaum gemacht wird: Wir hören zu», erläuterte Riemer den Grundgedanken des Buchkinder-Vereins. So schafften es Aussagen, die sonst kaum gehört würden, in die eigenen Bücher der Kinder - und damit in die Öffentlichkeit.
In der 20-jährigen Vereinsgeschichte seien so 675 Bücher entstanden. Viele Tausend Kinder haben mitgemacht. Zum Verein gehört ein eigener Verlag, der neben den Kinder-Büchern auch einen Kalender und Postkarten herausbringt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Buchkinder-Verlag 2021 als Preisträger des Deutschen Verlagspreises ausgewählt.