Das sächsische Kultusministerium sieht keinen Bedarf für ein Mindestalter bei der Nutzung sozialer Medien, wie es in Australien eingeführt wurde. «Nur mit einer umfassenden Kompetenzentwicklung können Kinder und Jugendliche souverän mit den Gegebenheiten umgehen lernen», teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Verbote oder Altersgrenzen würden allenfalls nur in einzelnen Bereichen, kurzfristig und nur aus erwachsener Perspektive Abhilfe schaffen.
Pädagogischer Ansatz statt Altersgrenzen
Statt strikter Vorgaben plädiert das Ministerium für einen pädagogischen Ansatz: «Das bedeutet auch, sich dem Thema in der Schulgemeinschaft oder dem Klassenverbund zu widmen und zum Beispiel gemeinsam Regeln zu finden.»
Australien hatte im November 2024 per Gesetz ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien auf den Weg gebracht. Die Plattformen sollten ein Jahr bekommen, um die neue Altersbeschränkung umzusetzen. Falls sie keine angemessenen Maßnahmen ergreifen, drohen saftige Strafen.
Auch die sächsische Staatskanzlei lehnt eine solche Regelung ab. Besonders bei älteren Jugendlichen mit gefestigten Mediengewohnheiten sei die Durchsetzbarkeit fraglich. «Die Länder sind hier einen anderen Weg gegangen», erklärte ein Sprecher.