Bauanträge, die wochenlang unbearbeitet bleiben, Unterlagen, die per Post nachgereicht werden müssen, Termine, die nur telefonisch zu bekommen sind: Die schleppende Digitalisierung deutscher Behörden ist für viele Bürgerinnen und Bürger Alltag. Gleichzeitig wächst in der Politik die Sorge, dass der Staat zu abhängig von ausländischen IT-Anbietern geworden ist.
Aus dem sogenannten «Operations Center» wird der Betrieb der Systeme gesteuert, mit denen Behörden Software und Daten zentral über das Internet nutzen, statt sie auf eigenen Servern zu betreiben. Ein drittes Center ist nach Unternehmensangaben bereits in Planung.
Nach Angaben der Staatskanzlei bedeutet die Ansiedlung in Leipzig jedoch keine Festlegung auf einen einzelnen Anbieter. Der Freistaat beobachte derzeit verschiedene marktverfügbare Cloudangebote und bewerte diese fachlich, um Bedarfe der öffentlichen Verwaltung abzudecken.
Sorge vor amerikanischen Behörden
Mit der Plattform reagiere das Unternehmen auf einen Wunsch der Bundesregierung, sagt der Geschäftsführer von Delos Cloud, Nikolaus Hagl. Ziel sei es, eine souveräne deutsche Lösung für die öffentliche Verwaltung zu schaffen, staatliche Daten besser zu schützen und rechtliche Abhängigkeiten zu vermeiden.