Kurz vor den Wahlen in Thüringen und Sachsen ist der Ausgang aus Sicht des Meinungsforschers Manfred Güllner ungewöhnlich schwer absehbar. Der Einfluss des Terroranschlags von Solingen auf Ergebnisse einzelner Parteien am Sonntag sei offen, sagte der Gründer des Instituts Forsa bei einer Podiumsdiskussion der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wir haben ja ohnehin eine große Unsicherheit.»
Die beiden Ministerpräsidenten - Bodo Ramelow (Linke) in Thüringen und Michael Kretschmer (CDU) in Sachsen - seien jeweils sehr beliebt, erläuterte Güllner. Das gelte auch für Anhänger anderer Parteien, doch die stimmten nicht für die Amtsinhaber.
«Das ist eine Situation, eine Entscheidungsmatrix, die wir auch so in den alten Bundesländern nicht gewohnt sind», sagte Güllner. «Das macht ohnehin eine große Unsicherheit, ob eben die Stimmungen, die wir vor der Wahl messen, sich auch in Stimmen niederschlagen.» Er fügte hinzu: «Im Zweifel müssen wir wirklich das Wahlergebnis abwarten, vielleicht auch das Endergebnis, um zu wissen, welche Koalitionen überhaupt möglich sind.»