Sachsens CDU-Chef und Ministerpräsident Michael Kretschmer plädiert für mehr Präzision in der Argumentation im Umgang mit der AfD. «Wir dürfen nicht nur einfach reflexartig von einer Brandmauer sprechen», sagte er am Montag dem Online-Portal der «Sächsischen Zeitung» in Dresden. Er wiederhole seit seinem Amtsantritt als Regierungschef im Herbst 2017 immer wieder, dass er nicht mit der AfD zusammenarbeiten wolle, die Parteitagsbeschlüsse der Bundes-CDU seien «eindeutig in der Sache». Die Menschen müssten aber auch nachvollziehen können, «warum wir als CDU keine Zusammenarbeit mit der AfD wollen».
Ein Fehler in der Debatte zum Umgang mit der AfD sei es immer wieder, mit Verkürzungen zu arbeiten, kritisierte Kretschmer. Die AfD sei in Gemeinde- und Kreisräte sowie Landesparlamente «gewählt wie jede andere Partei» und Gemeinderäte nach der sächsischen Gemeindeordnung Teil der Verwaltung. «Wir müssen aus dem Umgang mit der NPD lernen und dürfen keine Märtyrer erzeugen, mit denen angeblich niemand sprechen will, um drängende lokale Probleme wie etwa den Bau eines Kindergartens zu lösen.»