Sachsens AfD wappnet sich für die Landtagswahl im September und nimmt vor allem die CDU und Ministerpräsident Michael Kretschmer ins Visier. Nach den Querelen um die Listenaufstellung zur Wahl 2019 will sie dieses Mal in diesem Punkt keine Angriffsfläche bieten und noch bis Sonntag beim Landesparteitag in Glauchau (Landkreis Zwickau) bis zu 75 Kandidaten wählen. Auf den aussichtsreichsten Plätzen sind Männer allerdings unter sich. Erst auf Platz 20 findet sich mit der Landtagsabgeordneten Martina Jost eine Frau. «Ich bin eine echte Frau und eine rechte Frau», sagte sie in ihrer Bewerbungsrede. Zum Spitzenkandidat wurde Landeschef Jörg Urban gekürt.
Während Urban schon am Donnerstagabend hohe Strompreise, niedrige Renten und geringes Wirtschaftswachstum kritisierte, rieben sich die Kandidaten in ihren Vorstellungsreden vor allem an «Genderwahn», dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk samt Satiriker Jan Böhmermann und der Migration. Einige Redner kündigten für die nächste Legislaturperiode einen Corona-Untersuchungsausschuss an.