Der Leipziger Politikwissenschaftler Hendrik Träger attestiert BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein «zentralisiertes Verständnis von Parteiarbeit». Damit meint der Politologe eine Einflussnahme der Bundesvorsitzenden auf die Gliederungen in den Ländern. Sie weise den Landesverbänden nur geringe Autonomie zu - als eine Art Filiale des BSW in den Ländern. Das ganze Projekt sei stark auf Wagenknecht zugeschnitten. «Das ist sonst nicht üblich in der deutschen Parteienlandschaft.»
Träger bezog sich auf das Scheitern der Sondierungen für eine Regierungskoalition aus CDU, Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und SPD in Sachsen. Das BSW hatte die Gespräche am Mittwoch für beendet erklärt und unter anderem mit gegensätzlichen Auffassungen der Parteien in der Frage von Krieg und Frieden begründet. Für das BSW war das Festhalten an einer klaren Friedensformel in der Präambel eines Koalitionsvertrages eine Frage der Glaubwürdigkeit.