Der Linken-Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann wirbt für eine Kurskorrektur seiner Partei zu Russland und zur Nato. «Wenn man heute draußen fragt: Ist die Nato ein wichtiges Bündnis?, werden nicht wenige das Bejahen», sagte Pellmann der Deutschen Presse-Agentur. Zwar wachse in der Bevölkerung die Angst vor einer Eskalation des Ukraine-Kriegs und die Skepsis, dass Waffenlieferungen den Krieg beenden würden. Aber: «Die Forderung nach einer Auflösung der Nato ist zurzeit kein Thema.»
Der Leipziger ist Ostbeauftragter der Linken-Bundestagsfraktion. Er hat öffentlich erklärt, er erwäge eine Kandidatur für den Bundesvorsitz seiner Partei. An diesem Dienstag (12.00 Uhr) will er in Berlin eine Erklärung dazu abgeben.
Pellmann ging auch auf Distanz zu eigenen früheren Äußerungen zur Nato. Er hatte eine Erklärung von Sahra Wagenknecht und anderer Abgeordneter zum Ukraine-Krieg mitgezeichnet, die der Politik der USA eine maßgebliche Mitverantwortung «für die entstandene Situation» zuordnete. Heute würde er anders formulieren, sagte Pellmann. «Die Aggression, dieser völkerrechtswidrige und verbrecherische Angriff geht klar von einer Seite aus, nämlich von Russland und dessen Präsidenten.»