Alt-Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der Landtagswahlen im kommenden Jahr ein Allparteien-Bündnis gegen die AfD vorgeschlagen. «Wenn die AfD bei einer Landtagswahl vorne liegen sollte, müssen sich alle demokratischen Parteien zusammentun, um zu verhindern, dass die AfD regiert. Von der CDU bis zur Linken», forderte Gauck im Magazin «Stern». «Wir müssen bei dieser AfD schon das klare Signal aussenden: Die kommen nie an die Macht.» Die liberale Demokratie müsse sich als wehrhaft erweisen.
Im September 2024 werden in Sachsen, Thüringen und Brandenburg neue Landesparlamente gewählt. In allen drei Ländern liegt die AfD in Umfragen derzeit vorn.
Ausdrücklich nahm Gauck auf Thüringen Bezug. «Ich bin gescholten worden, als ich ein gewisses Unbehagen hatte, dass jemand aus der Linkspartei Ministerpräsident wurde», sagte er mit Blick auf den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke). «Wenn ich aber heute seine Worte und sein Wirken sehe, dann kann ich nur sagen: Da ist ein Wandel erkennbar.» Er habe nach der letzten Wahl gesagt, die CDU sollte die Ramelow-Regierung dulden.