Die Polizei hat im ersten Halbjahr 2024 nach vorläufigen Zahlen weniger Übergriffe auf Flüchtlinge und Asylbewerber registriert als im Vorjahreszeitraum. Deutschlandweit waren es im ersten und zweiten Quartal dieses Jahres insgesamt 519 Fälle. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Gruppe Die Linke im Bundestag hervor, die der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (NOZ) und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach haben die Ermittler im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 1.155 Übergriffe auf Flüchtlinge verzeichnet - im gesamten Jahr 2023 waren es 2.450.
Das Bundesinnenministerium verweist in seiner Antwort aber ausdrücklich darauf, dass die Zahlen für 2024 vorläufig sind und sich durch Nach- und Änderungsmeldungen noch teils erheblich verändern können. Zudem sei offen, ob es sich um abgeschlossene oder noch laufende Ermittlungsverfahren des Bundes und der Länder handele.
Es geht um Angriffe gegen Asylbewerber und Flüchtlinge außerhalb von Flüchtlingsunterkünften und um Straftaten wie etwa Volksverhetzung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung. Im ersten Halbjahr 2024 wurden dabei 46 Menschen verletzt, darunter sechs Kinder, wie es in der Antwort weiter heißt. Der größte Teil der Übergriffe - insgesamt 456 - wird von der Polizei der rechten Szene zugeordnet. Hinzu kommen laut Statistik 69 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte.