Die tschechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um zwei Prozent gewachsen. Das geht aus einer vorläufigen Schätzung des Tschechischen Statistikamts (ČSÚ) hervor. Im Vergleich zum ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zu. Analysten hatten ein ähnliches Wachstum erwartet.
Als Haupttreiber nennt ČSÚ-Abteilungsleiter Vladimír Kermiet höhere Konsumausgaben der Haushalte und wachsende Auslandsnachfrage. Im Jahresvergleich trugen vor allem die Industrie, der Handel- und Transportsektor sowie Informations- und Kommunikationsdienstleistungen zum Wachstum der Bruttowertschöpfung bei. Auch die Beschäftigung stieg: gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 0,9 Prozent, gegenüber dem ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent.
Analysten werten das Ergebnis als Zeichen wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit. „Die tschechische Wirtschaft ist bis auf Weiteres dem Ölpreisschock widerstanden", sagte Deloitte-Chefökonom David Marek. Er warnte jedoch, dass der Schock das Wachstum wahrscheinlich etwas gedämpft habe. Uniqa-Analyst Václav Franče lobte besonders die Erholung der Industrie als Wachstumstreiber – eine Entwicklung, an die man seit 2022 nicht mehr gewohnt sei. Gleichzeitig warnte er vor einem verzögerten Durchschlag des Energiepreisanstiegs auf die Realwirtschaft.