Tschechiens Flüsse und Bäche verzeichnen infolge anhaltender Dürre außergewöhnlich niedrige Wasserstände. Das geht aus aktuellen Daten des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts (ČHMÚ) hervor. Die überwiegende Mehrheit der überwachten Gewässer führt deutlich weniger Wasser als die langjährigen Durchschnittswerte. Einige der kleinsten Wasserläufe sind vollständig ausgetrocknet.
Besonders stark betroffen ist die Elbe: Ihr Abfluss ist auf einen der niedrigsten je gemessenen Werte gesunken und nähert sich dem historischen Minimum für den gesamten Beobachtungszeitraum. Die Vltava ist in einigen Abschnitten durch Regulierungsmaßnahmen am Stausystem etwas besser gestellt – in České Budějovice wurde jedoch auch hier ein noch nie zuvor gemessener Tiefstand registriert.
Besonders eindrücklich zeigt sich die Lage am Orlík-Stausee. Mit dem sinkenden Wasserspiegel tauchen dort die Überreste eines ehemaligen Wasserkraftwerks in Dubrava aus dem Stausee auf. Das Kraftwerk wurde 1929 errichtet, in den 1960er Jahren beim Bau des Orlík-Stausees abgetragen und geflutet. Jetzt liegen seine Fundamente nach Jahrzehnten erstmals wieder frei – ein sichtbares Zeichen dafür, wie dramatisch der Wasserstand gesunken ist.