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Tschechien verzeichnet Borreliose-Welle: Täglich 90 neue Fälle

Tschechien verzeichnet Borreliose-Welle: Täglich 90 neue Fälle
Symbolbild Zecken / pixabay Erik_Karits
Von: News aus Tschechien
In Tschechien wurden seit Jahresbeginn mehr als 8.000 Borreliose-Fälle registriert – im Juli allein waren es fast 2.800. Das staatliche Gesundheitsinstitut warnt, der saisonale Höhepunkt könnte noch bevorstehen.

In Tschechien hat die Zahl der Borreliose-Infektionen in diesem Jahr einen außergewöhnlichen Höchststand erreicht. Das geht aus Daten des Staatlichen Gesundheitsinstituts der Tschechischen Republik (SZÚ) hervor. Bis Ende Juli wurden insgesamt 8.108 Fälle gemeldet. Allein auf den Juli entfielen 2.792 Infektionen – rund ein Drittel aller bisher in diesem Jahr erfassten Fälle. Im Durchschnitt registrierten die Ärzte im Juli täglich rund 90 neue Erkrankungen.

Die Zahlen übersteigen frühere Jahrgänge deutlich: In den Monaten Januar bis Juli wurden in Tschechien typischerweise zwischen 1.500 und 2.000 Borreliose-Fälle registriert. Der aktuelle Wert ist damit mehr als viermal so hoch. Zum Teil könnte der Anstieg auf eine Änderung des Meldesystems zurückzuführen sein – seit Juli 2025 werden Borreliose-Diagnosen automatisch erfasst, auch auf Basis der typischen Hautrötung nach einem Zeckenstich. Daneben spielen jedoch auch steigende Zeckenpopulationen, saisonale Wetterbedingungen und der Klimawandel eine zunehmend wichtige Rolle für die Ausbreitung.

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Die meisten Fälle wurden bislang in Mittelböhmen und Südmähren gemeldet. Die Gefahr ist aber nicht auf Wälder und ländliche Gebiete beschränkt. Martina Marešová, Leiterin der Anti-Epidemie-Abteilung der Prager Hygienestation, warnte ausdrücklich vor dem Risiko in der Stadt: „Prags Parks und Waldparks schaffen ein spezifisches Mikroklima, in dem Zecken gedeihen. Das Infektionsrisiko ist für Bewohner auch bei einem gewöhnlichen Spaziergang real."

Eines der bekanntesten Zeichen einer Borreliose-Infektion ist eine sich ausbreitende rote Hautrötung rund um die Bissstelle, die oft einen blasseren Bereich in der Mitte aufweist. Wer eine solche Rötung bemerkt, sollte umgehend ärztliche Hilfe suchen – und nicht abwarten, ob sie von selbst verschwindet. In der Anfangsphase betrifft Borreliose vor allem die Haut. Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie fortschreiten und zu ernsteren Komplikationen führen – darunter Erkrankungen des Nervensystems, des Herzens oder der Augen.

Das Gesundheitsinstitut weist darauf hin, dass der saisonale Höhepunkt der Borreliose-Saison möglicherweise noch nicht erreicht ist. Die Behörden empfehlen, nach jedem Aufenthalt in Grünanlagen – auch in der Stadt – den Körper gründlich auf Zecken abzusuchen und bei Bedarf Schutzkleidung und Repellents zu verwenden.

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