In Tschechien hat die Zahl der Borreliose-Infektionen in diesem Jahr einen außergewöhnlichen Höchststand erreicht. Das geht aus Daten des Staatlichen Gesundheitsinstituts der Tschechischen Republik (SZÚ) hervor. Bis Ende Juli wurden insgesamt 8.108 Fälle gemeldet. Allein auf den Juli entfielen 2.792 Infektionen – rund ein Drittel aller bisher in diesem Jahr erfassten Fälle. Im Durchschnitt registrierten die Ärzte im Juli täglich rund 90 neue Erkrankungen.
Die Zahlen übersteigen frühere Jahrgänge deutlich: In den Monaten Januar bis Juli wurden in Tschechien typischerweise zwischen 1.500 und 2.000 Borreliose-Fälle registriert. Der aktuelle Wert ist damit mehr als viermal so hoch. Zum Teil könnte der Anstieg auf eine Änderung des Meldesystems zurückzuführen sein – seit Juli 2025 werden Borreliose-Diagnosen automatisch erfasst, auch auf Basis der typischen Hautrötung nach einem Zeckenstich. Daneben spielen jedoch auch steigende Zeckenpopulationen, saisonale Wetterbedingungen und der Klimawandel eine zunehmend wichtige Rolle für die Ausbreitung.