Logo Die Sachsen News

Tschechien will schärfer gegen illegalen Kratom-Verkauf vorgehen

Tschechien will schärfer gegen illegalen Kratom-Verkauf vorgehen
Symbolbild Drogen / pixabay Lxz2208180358
Nach einer landesweiten Kontrollaktion plant die tschechische Regierung schärfere Vorschriften für den Verkauf von Kratom, Cannabisprodukten und anderen psychoaktiven Substanzen. Premierminister Babiš bezeichnete die Ergebnisse als erschreckend.

Die tschechische Regierung will entschiedener gegen den illegalen Verkauf von Kratom, Kratomextrakten und niedrigpotenten Cannabisprodukten vorgehen. Das teilte die Regierung nach einer Kabinettssitzung mit, in der Innenminister Lubomír Metnar die Ergebnisse der Operation KORUND vorstellte. Die landesweite Kontrollaktion wurde von Mai bis Ende Juni von der Polizei gemeinsam mit der Zollverwaltung, der staatlichen Lebensmittelaufsicht, der Handelsinspektion und regionalen Gesundheitsämtern durchgeführt. Sie deckte zahlreiche Gesetzesverstöße auf und führte zur Beschlagnahmung großer Mengen illegal angebotener Produkte.

Premierminister Andrej Babiš bezeichnete die Ergebnisse als erschreckend. Die derzeitige Gesetzgebung gebe den Behörden nicht genügend Handhabe, um konsequent gegen Händler vorzugehen. „Die Minister für Gesundheit und Inneres müssen bis zum 14. September entsprechende Gesetzesänderungen vorlegen, damit wir Geschäfte schließen können, die Substanzen verkaufen, nach deren Konsum Kinder und Erwachsene im Krankenhaus landen", sagte Babiš.

Eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe hat 16 gesetzgeberische Maßnahmen vorgeschlagen. Geplant sind unter anderem niedrigere THC-Grenzwerte, ein Verbot der Weiterverarbeitung von CBD als Rohstoff sowie strengere Regelungen für Nikotinbeutel, Kratom und E-Zigaretten. Gesundheitsämter und Aufsichtsbehörden sollen zusätzliche Befugnisse erhalten, und die Beschlagnahmung illegaler Produkte soll wirksamer geregelt werden. Darüber hinaus wurden 17 nicht gesetzgeberische Maßnahmen erarbeitet, die organisatorische und technische Änderungen für eine wirksamere Durchsetzung geltender Vorschriften vorsehen.